Texte (deutsch)

07.07.2011, Instituto Cervantes
Rede anlässlich des Internationalen Symposiums zu Gefängnistheater
„Knast & Theater“ von aufBruch und Instituto Cervantes am 7. Juli 2011
Gisela von der Aue, Justizsenatorin Berlin

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Theaterfreunde,
gern bin ich der women taking viagra Bitte gefolgt, zum Internationalen Symposium zum Thema Gefängnistheater ein Grußwort zu sprechen. Ich freue ich mich sehr, Sie alle zu dieser einzigartigen Veranstaltung begrüßen zu können und darf besonders unsere ausländischen Gäste in Berlin

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herzlich willkommen heißen.
Ihr Symposium feierlich zu eröffnen, ist mir deshalb eine besondere Freude, weil ich selbst großer Fan des Gefängnistheaters bin. Allein in der nächsten Woche werde ich mir gleich zweimal das aktuelle Stück unseres Gefängnistheaters aufBruch in der Justizvollzugsanstalt Tegel ‘Don Quichote’ anschauen. Ich habe dem Programm entnommen, dass auch Sie morgen die Gelegenheit nutzen können, dieses Stück zu sehen. Die letzte Theaterproduktion von aufBruch in der Jugendstrafanstalt Berlin habe ich vor einigen Monaten ebenfalls besucht. Ich darf Ihnen damit verraten, dass ich weit öfter im Gefängnistheater zu Besuch bin als in den vielen schönen Theatersälen, die Berlin außerhalb der Gefängnismauern zu bieten hat.
Wie vielschichtig und wichtig das Gefangenentheater über die

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Grenzen von Ländern und Kontinenten hinweg ist, beweisen Sie mit diesem Internationalen Symposium. Dass Sie ohne Probleme über vier Tage mit einem spannenden Programm füllen können, spricht für sich. Mit Ihrer Veranstaltung räumen Sie dem Gefangenentheater einen Stellenwert ein, den es zweifellos verdient und der auch in der Öffentlichkeit und von den Medien wahrgenommen wird. Dass vor wenigen Wochen fast alle Berliner Zeitungen über die Premiere von ‘Don Quichote’ berichtet haben, ist nur ein Beispiel des zunehmenden Medieninteresses.
Bei der Verleihung des George-Tabori-Förderpreises an das Berliner Künstlerteam des Gefängnistheaters aufBruch vor knapp how long cialis stay in your system 6 Wochen fielen Worte des Lobes, die den besonderen Wert des Gefängnistheaters auf den Punkt bringen: Das Gefängnistheater mache ‘Außenseiter der Gesellschaft zu Protagonisten von Kunst und Kultur sowie geschlossene und unbekannte Orte öffentlich zugänglich’.

Genau darin liegt auch die Herausforderung des Gefangenentheaters. Um zwischen den Welten inner- und außerhalb der Gefängnismauern künstlerisch zu vermitteln, müssen auf beiden Seiten Vorbehalte und Vorurteile abgebaut und überwunden werden. Die Zuschauer müssen sich für einige Stunden auf eine Welt innerhalb der Gefängnismauern einlassen. Die Berliner Morgenpost schrieb hierzu Anfang der Woche: ‘Ohne leichten Grusel geht es nicht ab, aber das sollte einem der Ausflug zum Gefängnistheater ‘aufBruch’ schon wert sein: metallene Eingangsschleusen, kleine Schließfächer, in denen selbst Kaugummis warten müssen, Ganzkörpervisitationen, Passfotovergleich mit strengem Blick.’ Selbstverständlich ist das erstmalige Betreten eines Gefängnisses für die Zuschauer aufregend oder gar gruselig. Beim Gefängnistheater geht es aber nicht darum, einfach nur an einem geheimnisvollen und unbekannten Ort zu spielen. Vielmehr setzen die Theaterproduktionen die Aussagekraft der sorgfältig ausgewählten Stücke mit dem jeweiligen Aufführungsort in ein spannendes Verhältnis und erzeugen dabei eine ganz eigene Atmosphäre. Das Gesamtkunstwerk entsteht gerade aus der Interaktion zwischen Thema, Schauspielern und Aufführungsort.
Gefangenentheater kann unter bestimmten Voraussetzungen jedoch auch außerhalb der Gefängnismauern stattfinden. So arbeitet die Justizvollzugsanstalt für Frauen Berlin regelmäßig mit der freien Theatergruppe ‘Kollektiv VolkArt’ zusammen und tritt mit den inhaftierten Frauen seit vielen Jahren erfolgreich auch außerhalb der Anstalt in öffentlichen Theatern auf. Dabei werden Stücke mit den inhaftierten Frauen eigenständig erarbeitet. Die Frauen führen bei diesem Projekt kein ‘fertiges’ Stück auf. Die Besonderheit dieser Aufführungen liegt vielmehr darin, dass sich das Stück dynamisch entwickelt und die inhaftierten Frauen ihre eigene Persönlichkeit und Biographie in die Aufführung einbringen.
So vielfältig Projekte des Gefangenentheaters auch sein können, so dürften die besonderen Herausforderungen doch allen gemeinsam sein. Während der Proben müssen immer wieder schwierige Phasen durchschritten werden. Es kommt immer wieder vor, dass Gefangene die Arbeit kurzfristig abbrechen wollen, z. B. weil sie sich überfordert fühlen oder Spannungen innerhalb der Gruppe auftreten.

Hier ist es wichtig, diese Gefangenen nicht aus der Gruppe auszuschließen, sondern den Konflikt zu beseitigen und sie in das Projekt ‘zurückzuholen’.
Ich kann mir vorstellen, dass diese Aufgabe für die Leiter und Betreuer der Theaterprojekte nicht immer einfach ist und oft Nerven kostet. Ich möchte die Gelegenheit daher nutzen, allen Beteiligten, die sich trotz der enormen Herausforderungen so engagiert für das Gefangenentheater und die inhaftierten Menschen einsetzen, meinen Dank und meine Anerkennung auszusprechen. Ohne Ihre wertvolle Arbeit würde das Gefangenentheater seine kleinen und großen Erfolge nicht feiern können. Nun aber wünsche ich Ihnen ein interessantes Symposium mit vielen weiterführenden Erkenntnissen und viel Spaß am fachlichen und persönlichen Austausch.“


07.07.2011, Instituto Cervantes
BESTANDSAUFNAHME des Phänomens Gefängnistheater
Agnes Bohley, Dozentin am Institut für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin
(Protokollantin: Anne Lena Mattigk)

[Applaus]

Ich fasse mich kurz, weil wir nicht viel Zeit haben.

AufBruch hatte mich gebeten, ein paar Worte zur heutigen Eröffnung zu sagen. Und ich habe leider, leider gleich spontan zugesagt und erst danach überlegt und habe gedacht:
‚Oh Gott, worauf habe ich mich da eingelassen? Es ist das erste Mal, dass ich vor einem Fachpublikum dieses Phänomens spreche.’ Sonst spreche ich eher vor Theaterwissenschaftlern, die sich damit nicht so viel auseinandersetzen. Was soll ich euch sagen – ihr macht es alle selbst! Also ihr wisst, wovon die Rede ist. Dann habe ich lange überlegt: ‚Was mache ich?’ Und dann stand in diesem Programm, ich mache eine Bestandsaufnahme zum Phänomen Gefängnistheater. Und ich habe gedacht: ‚Nee!’, weil – ihr macht ja eure Bestandsaufnahme sowieso hier und stellt euch gegenseitig vor. Also ich muss jetzt hier keine Projekte vorstellen und auch keine anderen Kaninchen irgendwie aus dem Hut zaubern. Und darum hab ich gedacht: Ich würde lieber die Zeit nutzen, um so ein paar Fragen zu stellen, die vielleicht so oder auch in anderer Form in den nächsten Tagen wichtig sein könnten, und um die einfach noch einmal ein bisschen zu bündeln und zu artikulieren, damit man einen Fragenkatalog hat, der so im Raum stehen könnte. Ich sage gleich dazu, ich werde nicht über das Phänomen Gefängnistheater sprechen. Ich sage dazu später auch noch etwas, warum ich das nicht mache. Ich werde jetzt auch nicht über die Reibungsfläche zwischen Südamerika und Europa sprechen, weil, das glaube ich, werdet ihr alle machen in den nächsten Tagen. Aber ich müsste, wie gesagt, so ein paar Fragen formulieren.

Anfangen möchte ich bei den Bestandteilen des Wortungetüms viagra female pills „Gefängnistheater“. Also bei „Theater“ und „Gefängnis“. „Knast & Theater“, der Titel des Symposiums, lässt den Deutungsrahmen dessen, was hier in den nächsten Tagen diskutiert werden kann und soll, dankenswerterweise wunderbar offen.

[Beamer zeigt den Innenhof der JVA Tegel mit Bühnenaufbauten]

Hier hinten ist ein Bild zu sehen von einer Theaterkulisse in einem Gefängnis. Was macht diese Kulisse dort? Wie ist sie dort hingekommen? Was ist ihr Zweck an diesem Ort?

Wenn Menschen meiner Umgebung mitbekommen, was mein Arbeitsgebiet ist, ist häufig die erste Frage: ‚Aha! Und was bringt Künstler dazu, ausgerechnet im Gefängnis Theater machen zu wollen?’ Ich denke damit allgemein an einen Satz von James Thompson, der über den Zusammenhang von Theater und Gefängnis sagte: „Man muss bedenken, dass Menschen eher das Geschick des Löwenbändigers bewundern, als die Darbietung des Löwen.“
Nun ist das Bild des Löwenbändigers und des gezähmten Löwen natürlich eigentlich im Zusammenhang von Theater und Gefängnis überhaupt nicht zulässig. Denn erstens ist es ethisch natürlich höchst fraglich, Menschen mit Tieren vergleichen zu wollen, und zweitens sind die Menschen, die einen Teil ihrer Lebenszeit im Gefängnis verbringen müssen, natürlich nicht gezähmt und auch nicht willkürlich dort.
Dennoch möchte ich kurz bei dem Bild verweilen und die gedankliche Schraube sogar noch ein Stück weiter drehen. Welche Fragen wirft das Bild in euch auf? Seid ihr euch schon mal als Löwenbändiger vorgekommen bei der Arbeit, die ihr macht?
Während ihr darüber nachdenkt, kommen wir jetzt zu etwas völlig anderem:

[Beamer zeigt die deutsche Version eines Monty Python-Clips auf YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=q6aqHO-ZKHM von 1:36 bis 3:28]

Es tut mir leid, aber ich musste das machen, weil, wenn ich das Wort „Löwenbändiger“ höre, fällt mir immer diese Szene ein. Ich musste sie einfach zeigen. Aber es hat auch noch einen anderen Grund. Ich finde einfach an der Szene kann man ganz schön so ein paar Dinge extrahieren, die vielleicht für euch und für eure Arbeit wichtig sind. Und die euch Leute vielleicht fragen und die man auch immer wider mal in Frage stellen sollte.
Das erste wäre – also sie reden über den Hut – ‚Welche Qualifikationen bringen Sie denn mit?’ Was für Qualifikationen können denn eigentlich Künstler mitbringen, also Künstler, die noch nie Zeit im Gefängnis verbringen mussten als Gefangene, wenn sie dort Theater machen wollen? Oder andersrum: Welche Theaterqualifikationen bringen Angestellte des Justizvollzugs, oder auch Seelsorger oder Therapeuten, mit, die cialis online ordering sie dazu befähigen, im Gefängnis mit Theater zu arbeiten oder Theater anzubieten? Was haben sie, was habt ihr alle als Theaterschaffende, vom Gefängnis erwartet bevor ihr das erste Mal dort gearbeitet habt? Wie stellt ihr euch Gefangene vor und wie die Arbeit mit ihnen? Könnt ihr mit den ‚Löwen’ umgehen?
Also für mich ist immer so ein bisschen die Frage – also er stellt die Frage auch – ‚Was ist ein Löwe?’ Ist ein Löwe ein kleines wuschliges Tier, was Ameisen frisst, oder ist es ein großes, gefährliches Tier?
Fragen, die aufkommen, sind solche Sachen wie: Wodurch ist der Blick, den ihr habt, auf diesen ‚Zoo’ – weil: viele Leute bezeichnen Gefängnis ja auch als eine Art Zoo, weil man da reingeht und sich das anguckt – also wodurch ist euer Blick auf das Gefängnis geprägt? Welche Schwierigkeiten treten bei der Arbeit dort drinnen cialis 20mg tablets auf? Wie bereitet ihr euch auf die Arbeit vor? Und schließlich: Welche Ängste habt ihr? Welche Chancen und Risiken bringt die Arbeit im Gefängnis? Warum macht ihr Theater im Gefängnis?

Wenn ich das gefragt werde, warum ich mich damit beschäftige und warum sich die Künstler damit beschäftigen, dann antworte ich meistens mit einer kleinen Ausflucht und sage immer: Es gibt ganz viele Gründe im Gefängnis Theater zu machen.
Manche Praktiker haben einen therapeutischen Ansatz, sie wollen das Theaterspiel für Gefangene nutzbar machen, um psychische Heilungsprozesse und alternative Handlungsmuster zu unterstützen und anzuregen. Andere haben eher einen pädagogischen Ansatz, sie nutzen Techniken des Theaters um sogenannte Softskills zu vermitteln – zum Beispiel das öffentliche Sprechen oder das Arbeiten in einer Gruppe. Wieder andere kommen in das Gefängnis, um mit den Gefangenen ein Kunstwerk zu erarbeiten. Und manche versuchen, das Verschiedene von diesen Aspekten zu verbinden. Ihnen allen ist gleich, dass sie das Theater als Mittel betrachten, um einen Prozess in Gang zu setzen, der hier in Europa seit der Antike unser Bild vom Theater bestimmt. Und zwar den der Katharsis. Also Katharsis – die Reinigung, die Heilung.

Theater wird seit Jahrtausenden diese Wirkung zugestanden. Auch die Menschen, die Theaterprojekte im Gefängnis aus therapeutischen oder pädagogischen Gründen anbieten – auch die suchen nach einer Art Katharsis, aber sicher vielleicht eher in Bezug auf die Gefangenen. Wohingegen die Leute, die Theater im Gefängnis machen, aus künstlerischen Gründen die vielleicht eher bei den Zuschauern suchen – also eine kathartische Wirkung auf die Zuschauer bedienen wollen. Auf alle Fälle ist ihnen aber allen gemein, dass es nicht ohne Ästhetik geht.
Und ich finde das einen ganz wichtigen Aspekt, weil: über die Ästhetik von dieser Art von Theater wird im Allgemeinen sehr wenig gesprochen. Und ich glaube, es ist ganz nötig über die Ästhetiken, derer man sich dort bedienen kann, zu reden – wie verschieden die vielleicht auch sind. Ich finde das vor allen Dingen deshalb ganz wichtig, dass man über die Ästhetik redet, weil es mir ein bisschen absurd vorkommt, über Gefängnistheater oder Theater mit Gefangenen zu reden, ohne die Ästhetik im Blick zu haben. Weil: Was macht denn so einen gelungenen Theaterabend aus? Auf der einen Seite Fleiß, bestimmt auch viel, viel Handwerk, aber eben wirklich auch ein ästhetisches Bild – ein Bild von Wirklichkeit, was mit der Wirklichkeit vielleicht so nicht übereinstimmt, aber was uns etwas erzählt über unsere Wirklichkeit. Wir gucken den Leuten beim Theaterspielen zu und nicht bei irgendwelchen Alltagshandlungen.
Also ich finde es sehr problematisch – und ich weiß nicht, wie es in Südamerika ist oder in Mittelamerika – in Deutschland beschäftigt sich die Wissenschaft ganz wenig mit diesem ästhetischen Phänomen und es wäre jetzt für mich ganz spannend zu wissen, wie das in anderen Ländern ist. Es wird sich eher mit Resozialisierung beschäftigt, eher mit gruppendynamischen Prozessen, aber wenig mit Ästhetik, leider. Und auch die Theaterkritik – also vorhin hat Frau von der Aue das so gelobt, dass die Presse so viel kommt – aber was berichtet denn die Presse über Theater im Gefängnis? Häufig sind die Berichte so gefärbt, dass die Reporter darüber lange berichten, wie sie durchgeschlossen wurden und wie das dann war auf dem Platz zu sein und dann kommt so ein ganz kleines bisschen was, was die Leute da vielleicht auf der Bühne gemacht haben und wie da vielleicht auch ihr Gefängnisalltag widergespiegelt wird. Aber eine wirkliche ästhetische Auseinandersetzung in Theaterkritiken findet so gut wie nicht statt. Und das finde ich einfach sehr, sehr schade, weil ich finde: Theater sollte als Theater betrachtet werden.

Und das führt mich zu meinem nächsten Punkt: dieses Wort „Gefängnistheater“. Ich habe mit diesem Wort ganz große Probleme, weil das für mich immer bedeutet, dass man zuerst den Rahmen sieht, dass man zuerst das Gefängnis als Rahmen betrachtet und dann hintendran das Theater. Also für mich ist in dem Moment die Frage: Geht es darum, was eigentlich auch das Gefängnis selbst für ein Theater spielt? Also wie wird es inszeniert, wenn Leute bestraft werden? Wie gehen wir damit um in unserem Alltag? Aber es hat, glaube ich, wenig mit dem ästhetischen Theater, was Gefangene uns auf der Bühne vermitteln wollen, zu tun und darum rede ich sehr ungern von Gefängnis-Theater.

Der nächste Punkt, über den man dann natürlich nachdenken muss, ist: Was ist das überhaupt für ein Raum, der Knast? Was für eine theatrale Macht hat dieser Knast als Nicht-Ort im öffentlichen Raum? Und wir alle wissen, dass das Einsperren von Menschen, die sich nicht an die Regeln unserer Gesellschaften gehalten haben, ein internationales Phänomen ist – das gibt es wirklich inzwischen überall auf der Welt, auch wenn die Bedingungen bestimmt ganz unterschiedlich sind in den einzelnen Ländern. Weltweit sind momentan circa zwei Millionen Menschen inhaftiert – das heißt, auf hunderttausend Menschen kommen ungefähr hundertfünfzig Gefangene. Das ist eine Generalisierung: in Chile sind es weitaus mehr – da sind es dreihundertfünf Leute auf hunderttausend – und in Schweden sind es nur achtundsiebzig.
Also das Problem ist auch, wenn man in diesem Raum Theater macht, im Knast, dann hat das ganz oft auch so etwas von Gutmenschentum. Also das ist immer so etwas, glaube ich, was dann so mitgedacht wird: ‚Ach und das sind ja die Künstler, die sind ja so nette Leute’ – oder – ‚die wollen ja soviel, die haben ja soviel sozialen Anspruch’ und so. Das ist einfach auch eine Frage, die ich in den Raum stellen muss: Muss man, muss so ein Projekt so einen sozialen Anspruch haben? Muss es darunter betrachtet werden – unter dem sozialen Anspruch, den es mitbringt?
Gleichzeitig finde ich aber auch schon, dass jeder, der Theater macht – ob drinnen oder draußen – auch immer eine große Verantwortung mitbringt. Und ich denke, die Verantwortung verteilt sich hier auf zwei Ebenen und ich würde es gerne unter dem Aspekt der Ethik betrachten, also in diesem Spannungsfeld Ethik und Ästhetik, die dieses Phänomen mit sich bringt. Und, ich glaube, was diese Verantwortung ausmacht, ist, dass man sich immer fragen muss – oder was ihr euch wahrscheinlich immer fragen müsst -: Was löst die Theaterarbeit bei den Darstellern für Prozesse aus? Also auch die Frage, die gestern nach dem Film kam: Was macht das eigentlich mit den Leuten da drinnen und wo bleiben die dann, wenn ihr wieder weggeht? Also: Wer fängt die auf mit dem, was ihr da aufgebrochen habt mit der Kunst? Es gibt auch Leute, die dann sagen: Vielleicht verstärkt das, zum Beispiel, auch Prisonierungseffekte – dass man irgendwie rausgucken konnte und auf einmal dann wieder in so ein starkes Loch fällt und so wieder gar keinen Kontakt nach draußen hat. Also das ist einfach noch so eine Frage, die man mitbedenken muss.

Eine Frage, die ich mir im Laufe meiner Arbeit jetzt immer wieder gestellt habe, ist: Was ist denn, wenn das Theater im Gefängnis zu einem weiteren Gefängnis für die Mitwirkenden wird, einfach durch die Rahmenbedingungen? Wenn Gefangene wenig Raum haben, sich auszuleben oder wenig Möglichkeiten – weil sie selbst schon so wenig Raum haben, ihr Leben zu gestalten im Gefängnis? Wenn das Theater das, sozusagen auch noch mal, befördert, was passiert dann? Also: Wann wird das Theater zu einem weiteren Gefängnis und wann zu einer Möglichkeit, dem Gefängnisalltag zu entfliehen? Welche Bedingungen müssen dafür gegeben sein? Das ist einfach so eine Frage, die ich noch mit in den Raum geben möchte.

Und weil ich so ein Problem habe, zu sagen „Gefängnistheater“ oder auch „Theater im Gefängnis“ – weil Theater im Gefängnis kann auch irgendwie alles sein, da kann auch irgendeine Produktion von außen kommen und das ist ja dann auch Theater im Gefängnis –, habe ich so im Laufe meiner Arbeit festgestellt, dass ich eigentlich am liebsten von „Theater von Gefangenen“ spreche. Also, dass die Leute mitbedacht werden. Ich finde es toll, dass es dieses Symposium gibt. Und ich finde es toll, dass sich hier so viele Leute treffen. Aber die Leute, die am Ende auf der Bühne stehen und die dann das Künstlerische ausleben, die sind hier, ja weil sie halt im Gefängnis sind, natürlich nicht zugegen. Also bis auf einen ehemaligen Aufbruch-Mitarbeiter – da habe ich mich sehr gefreut und habe gedacht: ‚Ah, du bist heut mein Quoten-Gefangener.’ – also ein ehemaliger Gefangener. Das ist natürlich auch so ein Problem.
Gestern hat die Schauspielerin in dem Film gesagt ‚Oh, ihr habt über mich geredet, während ich nicht da war. Das ist aber nicht nett von euch.’ als die Leiterin gesagt hat: ‚Wir haben deinen Fall besprochen.’ Wir machen dasselbe! Was machen wir eigentlich, wenn wir darüber in dieser Form reden und nicht miteinander reden? Was wollen wir mit diesem Theater da drinnen? Und wie gehen wir mit dieser Schere um, reinzugehen und aber auch diejenigen zu sein, die wieder rausgehen können, um das dann in die Welt zu tragen?

Ich würde ganz gerne abschließend noch zwei Sachen sagen dazu, dass jetzt hier schon mehrfach gefallen ist, dass es das so seit den siebziger Jahren gibt, das Phänomen: Theater von Gefangenen ist viel älter. Also das erste Theater, was in Australien so im europäischen Sinne entstanden ist, war das Theater der Gefangenen. Und zwar die ersten Gefangenen, die nach Australien gebracht worden sind, die haben dort Theater gespielt und haben eine Tradition begründet, die nicht unwichtig ist für die australische Theatertradition. Genauso gab es zum Beispiel in den vierziger und fünfziger und sechziger Jahren auf den griechischen Gefangeneninseln Theaterprojekte, wo Gefangene griechische Tragödien gespielt haben. Also das ist vielleicht erst seit den siebziger Jahren so langsam überhaupt in der Wahrnehmung, aber ich glaube das Phänomen an sich ist schon viel, viel älter. Auch, zum Beispiel, in Deutschland gab es schon in den zwanziger Jahren mindestens eine Gefängnistheatergruppe im Gefängnis in Straubing und interessanterweise funktioniert es, also machen die auch da nach wie vor Theater. Also zwischendurch gab es da sicherlich mal eine Lücke, aber es ist immer noch eines der aktivsten Theaterprojekte, die es gibt. Und weil vorhin die Rede davon war, dass das ja jetzt endlich so ein bisschen in die Öffentlichkeit kommt: ich glaube, es gibt so Leuchtturmprojekte und über die wird auch viel berichtet, aber die Landschaft ist viel, viel, vielfältiger. In Deutschland gibt es zum Beispiel momentan in vierunddreißig Justizvollzugsanstalten aktive Theaterprojekte. Das ist eine relativ hohe Anzahl – so insgesamt gibt es in etwa hundertfünfundachtzig Justizvollzugsanstalten; vierunddreißig davon haben momentan aktive Theaterprojekte mit verschiedenen Ausrichtungen. Ich glaube, das ist wichtig zu beachten, dass die Öffentlichkeit vielleicht auf so ein paar Leuchttürme blickt, aber dass das Phänomen an sich noch viel, viel breiter ist.

Und weil ich dich da gerade sitzen sehe: Sabine hat zum Beispiel, das ist für mich als Forscherin natürlich toll, ihre Arbeit in Österreich ausgewertet und darüber ist dann auch mal etwas publiziert, weil du das gemacht hast. Das ist toll, aber es gibt einfach auch sehr wenige Schriften – gerade im wissenschaftlichen Bereich. Also eine Aufforderung an meine Studenten, die heute hier sind: betätigt euch weiter in diesem Feld!

Ich höre mich immer sehr kritisch an. Ich möchte – eigentlich wollte ich das vorweg schicken, das habe ich jetzt vergessen, jetzt schicke ich es hinterher – ich möchte dazu sagen: Ich bin ein ganz großer Freund von dieser Art von Theater, ich finde das ganz toll, aber weil ich mich so lange damit beschäftige, bin ich vielleicht einfach auch kritischer als andere Leute und bin nicht ganz so … wie die Minister oder die anderen Exzellenzen, die das alles so hoch loben.

 

07.07.2011, Volksbühne, Roter Salon
Moments of Reality
Eindrücke von Anne Brammen

In seiner vierstündigen Ein-Mann-Performance: „Moments of Reality“ im roten Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz berichtete Jan Jönson von seiner Theaterarbeit in diversen Gefängnissen, wie er dazu kam und wie es damit weitergehen soll.
Auf der Bühne befanden sich dafür nur in der Mitte ein schwarzer Stuhl, links ein Glas mit Wasser neben einem kleinen Mischpult, sowie eine Kerze und eine Rose, jeweils auf einem Tisch in den hinteren Ecken. Vor dem roten Vorhang der Rückwand hingen zwei Porträtfotos: eins von Samuel Beckett und eins von Snoop, mit dem Jönson den Abend textlich eröffnete. Zunächst jedoch wurde die Kerze angezündet – wobei die Wichtigkeit dieser Handlung dem Zuschauer erst am Ende deutlich werden sollte.
In schwarz gekleidet liest Jönson zu Beginn ein Gedicht von Snoop. Es fällt schwer, dem Inhalt zu folgen, aufgrund der verblüffend lauten, durchdringenden Stimme des Schweden. Er muss es eigentlich gar nicht mehr erwähnen, doch dort fängt die darzubietende Geschichte nunmal an: er befindet sich in der Schauspielschule, da eine Aufführung von Becketts „Warten auf Godot“ ihn so sehr fasziniert hat.
Dann ein Zeitsprung – Jönson ist bereits Ensemblemitglied in Stockholm und spielt ein Ein-Mann-Stück zum Thema „Selbstfindung“. In der ersten Reihe sitzt der Leiter eines schwedischen Gefängnisses, der ihn bittet, vor „seinen Jungs“ zu spielen. Diese sind begeistert und wollen auch spielen und was liegt da näher als Becketts Godot? Das Stück funktioniert,

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sogar der Autor wird darauf aufmerksam, woraus sich eine lange Freundschaft spinnt. So geht es weiter, von einem zum nächsten Gefängnis, bis Jönson zuletzt auch in Saint Quentin, Kalifornien arbeitet. Dort ist er noch heute tätig, momentan inszeniert er Becketts „Endspiel“.
Die Handlung allein würde das Publikum wahrscheinlich 4 Stunden fesseln, doch hinzu kommen beeindruckenden Formelemente: Durch seine Körperlichkeit, die wenigen – aber prägnanten – Bewegungen, lässt Jönson die erzählten Räume vor den Zuschauern entstehen. Jede Godot-Aufführung scheint auf der Bühne Platz zu finden, immer wieder geht er als Wladimir die zeitlose Landstraße von der hinteren, rechten Bühnenecke diagonal nach vorne ab um mit den verschiedenen Estragons in Kontakt zu treten. Als Zuschauer kann man sich geradezu in der Geschichte verlieren. Während die Räume präsent werden, scheint jedoch die Zeit immer undeutlicher zu werden. Zwar berichtet Jönson von Zeitspannen, doch Daten nennt er nie – sodass es schwer fällt, die Berichte einzuordnen und sie umso fiktiver erscheinen. Ebenso wirkt die starke Überzeichnung der Figuren: der Gefängnisleiter aus Saint Quentin als kleiner, comicartiger Cowboy oder Samuel Beckett als Lichtfigur der Pariser Café-Szene.
Dieser Fiktionalisierung stehen harte Brüche gegenüber, die den Zuschauer zum Ende hin auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Das Abspielen einer Nachricht von Snoop auf dem Anrufbeantworter macht dem Publikum klar, dass es diese Figur wirklich gibt und dass sie wirklich seit 52 Jahren in Saint Quentin sitzt – ebenso wirkt im Nachhinein sein anfängliches Gedicht. Noch viel beeindruckender jedoch ist die Bedeutung der Kerze: Zu Beginn des Abends, zeitgleich, aber knappe 1000 Kilometer und neun Stunden entfernt, wurde auch in einer Zelle in Kalifornien eine Kerze entzündet.
Jönson nutzt dieses Spiel, um seine Zuschauer bis zum letzten Moment zu fesseln, wenn er von Estragons/Happys Freilassung erzählt und wie er in von nun an mit auf die Bühne holen will – um ihn an genau dieser Stelle hinter dem Vorhang herzubitten. Die Zuschauer halten den Atem am: wird er Auftreten?

Der Abend hielt, was sein Titel versprach. In etlichen Szenen wurden dem Zuschauer die „Momente der Realität“ bewusst: Einerseits durch die Form, wenn die Wahrheit der zu vielen Teilen fiktiv wirkende Geschichte ausgestellt wird und andererseits durch den Inhalt, der ein Gesellschaftliches Phänomen aufzeigt, dass Schweden, die USA und Deutschland verbindet:
Gefängnisse (mit all ihren Schrecken) sind Teil unserer Realität viagracoupon-discountcode.com und Gefangene Teil unserer Gesellschaft.
Nur unterschwellig macht Jan Jönson seine Kritik erfahrbar und entlässt seine erschöpften Zuschauer voller Fragen in die Berliner Nacht.

 

08.07.2011, JVA Tegel
Besuch der Aufführung des „Don Quijote“ von „AufBruch“ am 8.7.2011 in der JVA Tegel
Eindrücke von Christiane Banneitz

Am Abend des 8.7.2011 öffnete die JVA Tegel zum wiederholten Mal die Türen und Mauern und lud ein zur Aufführung des jahrhunderte alten Klassikers „Don Quijote“ unter der Leitung von „AufBruch“. Die Prozedur zum Einlass war, da es sich um meinen mittlerweile 3.Gefängnisbesuch handelte, nichts Besonderes mehr, vielmehr dafür die Umsetzung des Stückes. Die Szenerie war gewaltig: ein strahlend blauer Himmel, die tief stehende Sonne, die großen Bauten des Gefängnisses mit den vielen vergitterten Fenstern der Inhaftierten, davor auf dem Innenhof das Bühnenbild und die tribühnenartigen Zuschauerplätze, auf denen schon emsiges Treiben herrschte. Während der gesamten Aufführung konnten wir bzw. wurden wir von Inhaftierten, die aus ihren Zellen auf uns herabblickten, beobachtet. Wer spielte da eigentlich Theater für wen..?
Mit dem geschlossenen Auftreten der Darsteller begann die Vorstellung – ungefähr 20 Männer jeglichen Alters und Nationalität kamen als Gruppe auf uns, die Zuschauer, zu. Sprechchöre erschallten voll und laut,

sehr akzentuiert und diszipliniert. Die Geschichte des verrückten Möchtegern-Ritters (wobei: Wer bestimmt eigentlich was verrückt ist..?) entfaltete sich vor uns, brachte uns zum Lachen, hatte viele besondere Momente und lebte zum Einen von der Professionalität der gesamten Produktion sowie von der Spielfreude und den einzigartigen Persönlichkeiten der Darsteller. Diese zeigten sich unter Anderem in der ganz individuellen Spiel- und Sprachweise jedes Einzelnen und auch in der Darbietung der Talente: Es wurde getanzt, volkstümlich und klassisch gesungen und getrommelt. Einige sprachen laut, andere leise, einige legten ein komisches Talent an den Tag, anderen ist schon deshalb Respekt zu zollen, weil sie den Mut haben, in einem Männerknast eine Frauenrolle zu spielen. Die Spielfreude soll an diesem Punkt nochmal besonders hervorgehoben werden, da sich durch sie die Freude und der Spaß an der Sache auf den Zuschauer überträgt und ihn mitreisst (mich zumindest).
Erstaunlich war auch, wie gut man die Darsteller fast ausnahmslos akustisch verstehen konnte. Hier zeigte sich die professionelle Arbeitsweise, die aus den Laien das Beste rausholte und gegen die schlechte Resonanz einer Freiluftbühne ankam.
In der Inszenierung taten sich viele Räume für Assoziationen auf: Die weißen Masken beispielsweise, die von den Schauspielern in einem Gesangsteil aufgesetzt wurden, vermittelten ein Bild der Anonymität, welches ich sogleich mit der anonymen Situation der Inhaftierten im Gefängnis assoziierte. Und was wurde da eigentlich gesungen? Wie verändert sich der Inhalt von Liedzeilen wie „die Zukunft woll’n wir seh’n“, wenn sie von Inhaftierten gesungen werden, die zum Teil noch jahrelange Strafen im Knast vor sich haben? Das alles schwirrte in meinem Kopf herum. Manchmal fiel es mir schwer, neben all diesen Gedanken dem Erzählstrang und den Texten zu folgen.
Zu den vielen Gedanken und Empfindungen kam dann auch noch zeitweise ein Befremden bzw. eine Irritation hinzu. Sobald körperliche Züchtigung wie beispielsweise das Schlagen eines anderen mit dem Lederriemen, dargestellt wurde, war ich irritiert, da für mich in diesem Moment der Hintergrund der Schauspieler wieder in den Vordergrund rückte. Die Gewaltbereitschaft, die bei einigen der Darsteller vermutlich vorhanden war oder es zumindest einmal gewesen ist, war plötzlich, wenn auch auf spielerische Weise, Teil der Inszenierung. Verstärkt wurde dieses Irritation dadurch, dass einer der Schauspieler einen anderen tatsächlich körperlich züchtigte, zwar nicht besondern stark, aber das „Spiel“ war für mich in diesem Moment durchbrochen.
Ansonsten rückte der Gedanke, dass die Darsteller Inhaftierte waren, jedoch während der Aufführung vollkommen in den Hintergrund. Es waren einfach nur Menschen, die stolz das Ergebnis ihrer Arbeit zeigten.
Nach der Vorstellung scharten sich die Zuschauer um die Darsteller. Warum ist das im „echten Leben“, in der Realität draußen nicht so? Welche Position wird Ex-Inhaftierten in unserer Gesellschaft überhaupt zugestanden?
Wir Studenten, die wir schon einmal einer Probe der Gruppe beigewohnt hatten, freuten uns, die Jungs wiederzusehen. Wir beglückwünschten die frohen, erleichterten Schauspieler und konnten noch etwa eine halbe Stunde mit ihnen reden. Anschließend war es an der Zeit zu gehen. Für uns.

 

 

08.07.2011, JVA Charlottenburg
„Mit Shakespeare im Knast“ – Ein Workshop von Bruce Wall

mit Inhaftierten und Gästen basierend auf der Sprache Shakespeares
Eindrücke von Christiane Banneitz und Linda Püschel

„Chomp-Chomp!“ „ROAAAAR!“ „Möp-Möp!“ – Was das ist? Eine Gruppe zufällig zusammengewürfelter Menschen, die versuchen, lautmalerisch eine Giraffe, einen Löwen, einen Wurm darzustellen. Das Ganze könnte bei jedem beliebigen Theaterworkshop stattfinden, tut es aber nicht: Wir befinden uns in der JVA Charlottenburg in Berlin beim Theaterworkshop des Engländers Bruce Wall, der 3 Stunden mit Gästen und Inhaftierten der Sprache Shakespeares nachgeht. Eine besonderes Ereignis, auch für uns als „Gäste“.
Zu Beginn müssen wir uns alle wie am Flughafen durchchecken lassen. Handy, Schlüssel und Geld bleiben draußen. In einem hellen, freundlichen Raum treffen alle etwa 40 Teilnehmer aufeinander. Wir begrüßen uns und mustern uns neugierig. Schon geht es los: Bruce beginnt mit ersten Übungen und legt eine Energie an den Tag, die sich (zumindest bei ihm) 3 Stunden halten wird. Diese Energie steckt die Gruppe über große Strecken hinweg an, es wird viel gelacht an diesem Tag.
Die Größe der Gruppe und die Sprachdifferenz erschweren die Arbeit jedoch auch. Manche Übungen erweisen sich auch aufgrund der Sprachdifferenz als äußerst schwierig, zum Beispiel, wenn es darum geht, sich gegenseitig Beleidigungen von Shakespeare auf englisch bzw. deutsch an den Kopf zu werfen. Die Übersetzungen brauchen Zeit und zum Teil wird auch der Aufbau bzw. Sinn der Übung nicht ganz klar. Ein Inhaftierter fordert Bruce dazu auf, eine andere Übung zu machen, weil er nicht mit Schimpfwörtern arbeiten will. Darauf wird jedoch nicht weiter eingegangen. Trotzdem bemerkt Bruce nach etwas längerer Zeit und vielen aufkommenden Fragen der Teilnehmer, dass diese spezielle Übung nicht so richtig fruchten will und bricht sie kurzerhand ab.
Vor allem bei cialis 36 hour dem eingangs erwähnten „Zoo-Spiel“ wird viel gelacht, doch auch bei der darauffolgenden Übung, bei der die Teilnehmer des Workshops ihre Plätze im Kreis wechseln müssen. Hierbei soll man Augenkontakt zu jemand anderem herstellen und daraufhin so schnell es geht, die Plätze tauschen. Ein Teilnehmer steht in der Mitte und muss versuchen, den Platz eines anderen einzunehmen. Der, dessen Platz eingenommen wurde, steht dann in der Mitte. Diese Übung fällt manchen leicht, anderen schwer. Hier muss man eine Hemmschwelle überwinden, indem man einem Fremden direkt in die Augen schaut und mit ihm Kontakt aufnimmt. Zudem ist die Übung sehr unruhig, da immer wieder viele Menschen durch den Kreis laufen. Da nicht allen diese Übung leichtfällt, bleiben einige Teilnehmer immer an ihrem Platz und schaffen es nicht, in die Übung integriert zu werden.
Bei viagra canadian pharmacy der anschließenden Improvisationsübung sind jedoch alle dabei: Hier bilden jeweils 2 Teilnehmer ein Team und bauen um ein Zitat aus einem Werk von Shakespeares eine kleine Szene. Nach einer kurzen Einstudierzeit wird diese vorgespielt. Es ist schön, zu sehen, wie kreativ viele Teilnehmer sind und wie jeder Einzelne sich einbringt.
Im Anschluss spielen drei Teilnehmer eine Szene, die sich aus Zitaten aus dem „Sommernachtstraum“ zusammensetzte. Zwei der Darsteller waren Schauspielschüler von „außerhalb“, einer Inhaftierter. Die Szene war sehr lustig, wir anderen Teilnehmer lachten viel. Gleichzeitig

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standen wir außerhalb und wurden nicht miteinbezogen.
Zum Ende des Workshops bekam jeder von uns noch einen Zettel mit einem Shakespearezitat (auf deutsch). Wir lasen dieses jeder einzeln vor und sprachen anschließend unseren Nachbar mit diesem Zitat an. Die Sätze Shakespeares waren meist sehr interessant, teils nachdenklich machend, teils unheimlich, teils lustig. Allerdings standen die Sätze nach dem Aussprechen etwas isoliert da, sie wurden in keinen Kontext gebracht oder weiter besprochen.
Die Konzentration aller Teilnehmer wird während des 3-stündigen Workshops auf eine harte Probe gestellt, Pausen gibt es keine. Bemerkenswert ist die konstante Bereitschaft (fast) aller Mitspieler, dabei zu bleiben und auch nach abgebrochenen Übungen weiter am Ball zu bleiben. Vereinzelt lösen sich Personen aus dem Kreis und setzen sich an den Rand. Die Mehrheit ist jedoch sehr neugierig, begeisterungsfähig und offen.
Während des gesamten Workshops werden wir von einem englischen Kamera-Team begleitet, das uns in unserer Arbeit zum Glück nicht stört.
Insgesamt lässt sich sagen, dass durch die gemeinsamen Übungen und Erfahrungen an diesem Tag eine interessante Zusammenarbeit aller Mitspieler stattgefunden hat. Eine tatsächliche Vermischung der Inhaftierten und der Gäste fand beispielsweise in der Kreisformation statt, in der wir zeitweilig Schulter an Schulter

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standen und so eine besondere körperliche Nähe entstand, die nach einiger Zeit eine gewisse Normalität und Ungezwungenheit hatte.
Weitere Partnerübungen hätten diesen Kontakt noch vertiefen können und wären wünschenswert gewesen.
Glücklicherweise gab es nach Beendigung des Workshops noch die Möglichkeit, gemeinsam mit den Inhaftierten ihr tägliches Mittag zu essen (Kartoffelbrei und Wurstgulasch). Hierbei ergaben sich viele interessante Gespräche, die über den bloßen spielerischen Kontakt während des Workshops hinausgingen. Wir werden unter Anderem gefragt, ob wir denn wiederkämen und ob es mit dem Theaterspielen irgendwie weitergehe. Wir weisen auf die geplante Zusammenarbeit mit aufBruch hin, die mit dem Workshop allerdings nichts zu tun hat. Wir finden es schade, dass es bei diesem einmaligen Kontakt bleiben wird und nehmen uns vor, zur geplanten Aufführung des Projektes von aufBruch in der JVA Charlottenburg zu kommen.
Auffallend war für uns außerdem noch der beinah kumpelhafte Umgang mit den Bediensteten, die während der ganzen Zeit anwesend waren, uns aber dennoch nicht das unangenehme Gefühl der Überwachung vermittelten.
Einige Fragen bleiben uns: Inwiefern war Bruce das Thema Shakespeare und auch die Selbstprofilierung wichtiger als der wirkliche Kontakt zu den Inhaftierten? Ist sein Ansatz daher als ein rein Künstlerischer anzusehen? Wäre es, zumindest auf der sprachlichen Ebene, nicht hilfreicher gewesen, einen deutschsprachigen Workshopleiter zu haben? Fördert das Nicht-verstehen nicht eher einen Minderwertigkeitgefühl derer, die die Sprache nicht verstehen? Oder macht die fremde Sprache auch neugierig?
Viele Fragen bleiben offen, viele Gedanken wurden angestoßen.

 

09.07.2011, JVA Zeithain
Eindrücke der Tagestour nach Dresden mit dem Besuch der JVA Zeithain
und der Aufführung von „Terror im Pazifik“
Eindrücke von Christiane Banneit

Am Samstag, den 09.07.2011, ging es für alle Symposiumsteilnehmer auf nach Dresden, um die JVA Zeithain und das dort angesiedelte Kreativzentrum zu besuchen. Außerdem würden wir die Aufführung „Terror im Pazifik“ der Inhaftierten der JVA sehen und später am Abend eine kleine Stadttour machen. Mit einer halbstündigen Verspätung ging es dann um 9 Uhr morgens mit dem Bus los – ein bisschen when was cialis discovered Klassenfahrtgefühl kam während der etwa 4-stündigen Fahrt auf..
In der JVA Zeithain angekommen, gab es die übliche Durchsuchung, anschließend wurden wir mit Saft und Keksen von Herrn Schiebel, dem Leiter der Anstalt, begrüßt. Er gab uns interessante Informationen zum Gefängnis und zum einzigartigen Kreativzentrum. Hierbei wurde er von dem Kunsttherapeuten und Leiter des Zentrums, Alfrd Haberkorn, ergänzt. Dieser zeigte uns danach auch die Räumlichkeiten und gab bereitwillig Antwort auf die unzähligen Fragen der etwa 50-60 Gäste. Wir schauten uns in den Kunstateliers und den Musikräumen um und bestaunten die ausdrucksstarken Werke der Inhaftierten. Von gemalten Bildern der eigenen Kinder oder auch Hunde, über Ton- und Specksteinkunstwerke bis hin zu Skulpturen gab es viel zu sehen. cialis online Mir gefielen besonders die detaillierten, mit viel Liebe und Mühe gemalten Bilder der eigenen Kinder und ein Speckstein in Form eines ausgestreckten Mittelfingers. Letztgenannter erschien mir so besonders, da ich mutmaßte, dass der Künstler durch ihn auf kreative Art und Weise seine Haltung gegenüber der Gesellschaft darstellen wollte. Ich musste bei seinem Anblick schmunzeln.
Nach der Besichtigung des Kreativzentrums machten wir uns auf den Weg zur Sporthalle des Gefängnisses. Dort sollte die Theateraufführung stattfinden. Dies würde aufgrund von Spannungen innerhalb der Gruppe jedoch ohne die Regisseurin ablaufen. In der Turnhalle angekommen, gab es zuerst einmal ein paar Probleme mit dem Licht, die aber glücklicherweise gelöst werden konnten. Die Vorstellung begann.
Wir sahen ein trauriges, präzise getaktetes Stück, dass sich vor allem aus Ensembleszenen zusammensetzte und von berührender Cello-Musik (live!) getragen wurde. Im Gegensatz zum „Don Quijote“ in Tegel wurde hier weniger gelacht, militärischer Drill hatte die Oberhand auf der Bühne, es gab streckenweise sehr viel, dann wieder längere Zeit sehr wenig Text. Das Bühnenbild war vielseitig einsetzbar und schuf ohne Weiteres die Illusion eines Schiffes. Den Darstellern sah man ihre Spielfreude an, sie füllten ihre Rollen gut aus. Die Abwesenheit der Regisseurin machte sich für mich vor allem darin bemerkbar, dass es im Laientheater oft von großem Nutzen ist, wenn der Regisseur die Darsteller vor der Aufführung nochmal an einige Dinge erinnert bzw. sie nach der Vorführung auf Fehler aufmerksam macht (und sie lobt!). Einige präzise getaktete Momente waren verwaschen, einige Textpassagen waren, auch aufgrund der geforderten Lautstärke, nicht so gut zu verstehen. Im (Laien)theater ist eine gute Führung der Gruppe einfach sehr wichtig.
Umso mehr freut es mich, dass die Darsteller die Aufführung trotz der erschwerten Bedingungen so gut auf die Bühne gebracht haben – die funktionierende, eigenverantwortliche Zusammenarbeit aller Gruppenmitglieder ist nicht selbstverständlich und verdient unseren Respekt.
Im Anschluss an die Aufführung gab es noch eine ca. 30-minütige „Diskussion“ zwischen Zuschauern und Darstellern. Leider ging es dabei vor allem um die Probleme, die in der Produktion zwischen der Regisseurin und den

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Schauspielern aufgetreten waren. Für die buy daily dose cialis Auseinandersetzung mit den Darstellenden jenseits dieser Problematik blieb kaum Zeit. Dies empfand ich als sehr schade, da während des gesamten Symposiums wenig Raum für Äußerungen der Inhaftierten blieb.
Anschließend konnten wir glücklicherweise noch ein wenig mit den Darstellern reden. Mir sind vor allem Sätze im Kopf geblieben wie „Beim Theaterspielen kann man wieder Kind sein, man kann alles rauslassen, es macht so einen Spaß!“ „Man kann endlich mal was anderes sein als Inhaftierter.“ Leider wurden wir nach den obligatorischen 15 Minuten wieder höflichst herauskomplimentiert. Diesmal allerdings aus einem besonderen Grund: Die Theatergruppe wollte grillen. Eine schöne Idee. Raum für entspannte Gemeinsamkeit, für die Normalität eines Grillabends mit den „Arbeitskollegen“ unter freiem Himmel bleibt sonst wenig.
Unsere Gruppe begab sich wieder in den Bus. Wir fuhren nach Dresden und aßen dort kurz etwas in einem schönen Biergarten direkt an der Elbe. Anschließend gab es noch für alle eine kurze wahlweise englische oder deutsche Stadttour zu Fuß durch den Kern Dresdens und um 20 Uhr gings dann wieder los mit dem Bus Richtung Berlin. Nach diesem langen, interessanten Tag fielen im Bus einigen die Augen zu..

 

 

 

10.07.2011, Instituto Cervantes
Podiumsdiskussion
„Kunst vs. Sozialarbeit. Theater in Gefängnissen als Integrationswerkzeug oder kreative Selbstverwirklichung von Künstlern. Wo steht Gefängnistheater heute in der Gesellschaft?“
Podium: Peter Atanassow (AufBruch), Dana Cenusa (Rumänien), Heinz Haertle (Dipl.Psychologe und Vollzugsleiter der JSA Berlin), Kai Schlieter (taz-Redakteur und Autor des Buches „Knastreport“)
Moderation: Dr.Olaf Heischel (Vollzugsbeirat)
Text von Christiane Banneitz und Linda Püschel

Am Sonntag, den 10.07.2011, fand die abschließende Podiumsdiskussion im Instituto Cervantes statt. Diese war in zwei Teile gegliedert, der erste Teil trug den Titel „Kunst versus Sozialarbeit. Theater in Gefängnissen als Integrationswerkzeug oder kreative Selbstverwirklichung von Künstlern. Wo steht Gefängnistheater heute in der Gesellschaft?“
Die Diskussion begann damit, dass sich die einzelnen Teilnehmer vorstellten und kurz ihren Bezug zum Gefängnis erläutern sollten. Dana Cenusa führte ihren Teil schon etwas weiter aus und gab Einblicke in Ihre Arbeit in Rumänien. Sie organisierte dort das alljährliche Gefängnistheaterfestival, zu dem aus allen Städten des Landes Theatergruppen aus Gefängnissen in die Hauptstadt kommen. Ihre Bemerkung bezüglich der gleichen Rückfallquote der rumänischen und deutschen Inhaftierten trotz schlechterer Bedingungen in Rumänien regte zum Nachdenken an. Anschließend stellten sich die anderen Teilnehmer vor. Kai Schlieter ging besonders auf seine Sinneserfahrung bei seinem ersten Besuch in einem Gefängnis ein. Er beschrieb den Geruch als der eines „Affenhauses“. Des Weiteren erzählte er von einem Artikel, indem er von der ungerechten Behandlung eines Häftlings geschrieben hatte und von den ausbleibenden Reaktionen der Gesellschaft darauf. Diese hatte ihn überrascht und darin bestätigt, dass die Öffentlichkeit die Institution Gefängnis viel zu wenig wahrnimmt und sich mehr damit auseinander setzen müsste. Die meisten Fragen während der Diskussion gingen an Peter Atanassow. Dies ging auch daraus hervor, dass er das Theater als feudales System bezeichnet hatte, was einige Leute im Zuschauerraum provozierte. Daraus entspann sich eine Diskussion, inwiefern Theater im Gefängnis sozialpädagogisch arbeiten oder vor allem die Kunst im Mittelpunkt stehen sollte. Auch an dem von Peter Atanassow verwendeten Begriff der Schauspieler als Material nahmen viele Zuschauer Anstoß. Des Weiteren stellte der Regisseur von aufBruch zur Diskussion, inwiefern das Theater im Gefängnis die Strukturen der Institution eher bestärke oder durchbreche. Er wurde im Laufe der Diskussion auch gefragt, weshalb er sich für das Theater im Gefängnis, das besondere Bedingungen aufweist, entschieden habe. Er betonte, dass die Inhaftierten ihm viel geben würden und er viel Raum hätte sich künstlerisch zu entfalten. Er würde in seiner Arbeit auf die individuelle Sprachweise des Einzelne eingehen und ihre Talente, soweit es möglich wäre, in sein künstlerisches Konzept einarbeiten. Zum Ende der Diskussion stellte er noch die Hypothese auf, dass die Inhaftierten die Ellenbogenmentalität unserer Gesellschaft bis hin zur Perfektion internalisiert hätten. Ihnen fehle lediglich der Filter durch Freunde, Familie oder Angehörige, die der sozialen Komponente des „richtigen“ Handelns eine größere Bedeutung zugewiesen hätten.
Peter Atanassows knapper, prägnanter Sprache, die er sich in der Arbeit mit den Gefangenen angeeignet hatte, konnten wir gut zuhören. Im Gegensatz dazu fiel es uns schwerer den langen, pausenreichen Ausführungen des Diplom-Psychologen zu folgen.
Abschließend wies eine südamerikanische Kollegin noch einmal auf die vielen Tiermetapher hin, die im Laufe der Diskussion benutzt worden waren. Es bleibt offen, warum sich gerade in die Diskussion zwischen Menschen, die mit Inhaftierten auf Augenhöhe arbeiten wollen so viele Tiermetapher eingeschlichen haben…

 

10.07.2011, Instituto Cervantes
Podiumsdiskussion
“Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Gefahren und Ängste postkolonialen, eurozentristischen Denkens. Chancen und Potentiale von interkulturellen Kooperationen”
Podium: Alfred Haberkorn (JVA Zeithain), César Planes (Universidad en las Cárceles/Argentinien), Jacqueline Roumeau (CoArtRe/Chile), Matthew Taylor (Escape Artists/GB); Moderation: Till Baumann (TheaterDialog)
Text von Anne Brammen

Eine sehr spannende Fragestellung, doch leider kam es nicht wirklich zur Diskussion, da es Hürden zu überwinden gab, die zu viel Zeit beanspruchten.
Enerseits waren precios del viagra dies Begriffsschwierigkeiten, die auf eine Uneinigkeit über die Definitionen der Elemente der Frage zurückzuführen waren. Bereits als Einleitung der Diskussion wurde von Moderator Till Baumann ein Zitat von Peter Atanassow aufgegriffen, durch die Theaterarbeit im Gefängnis würde eine Reflexion über die eigene Kultur und Gesellschaft angestoßen. Damit eröffnete er eine Diskussion über das Begriffspaar Kultur/Interkulturaltät, die sich durch die gesamte Debatte zog.
Aus dem Publikum kam die soziologische Erläuterung des Begriffs: Interkulturalität könne sich auch auf zwei Generationen beziehen, oder letzten Endes auf alle Individuen, die durch ihre Sozialisierung ihre eigene Kultur in sich tragen. César Planes brachte an, dass auch er bei seiner Arbeit auf verschiedene Kulturen – oder Rationalitäten – stoße: die der Universität, die demokratisch, also horizontal und die des Gefängnisses, die hierarchisch, also vertikal funktioniere. Matthew Taylor jedoch widersprach ihm indirekt: Als Künstler gehe man in ein Gefängnis und gebe den Gefangenen etwas, was sie sonst nicht haben: Theater. Damit entstehe eine Hierarchie zwischen Habenden (Künstler) und Nicht-Habenden (Insassen). Die Theaterarbeit im Gefängnis würde damit die gegeben Strukturen nur wiederholen. Eine Ausnahme sei nur die Situation, in der die Gefangenen die Künstler zu sich einladen um mit ihnen zu arbeiten.
Leider wurde dieser Frage nicht weiter nachgegangen, da eine andere Hürde ausdiskutiert wurde: die konfliktreiche Arbeit von CoArtRe in der JVA Zeithain, deren eine Seite (die der Gefangenen/der JVA) bereits am Vortag diskutiert wurde. Bei der Podiumsdiskussion hatte nun Jaqueline Roumeau das Wort und erläuterte ihre Sichtweise. Ihrer Meinung nach fehlte die Unterstützung einer außenstehenden und damit unabhängigen Partei, z.b.

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aufBruch. Diese jedoch erwiderten, dass die unabhängige Partei CoArtRe bei ihrer Arbeit in Chile problematisch gewesen sei, womit für dieses Problem interkultureller Kooperationen keine Lösung gefunden wurde.
Es wurden jedoch anhand dieser Ausführungen einige Punkte gefunden, die eine Interkulturelle Kooperation voraussetzen: Alle Parteien müssen ihre Ansprüche klar äußern, jedoch gleichzeitig kompromissbereit sein und miteinander kommunizieren, damit keine Missverständnisse, sondern Kollektivität und Respekt die Arbeit prägen. Außerdem muss man sich über die Kooperationspartner gut informieren und seine eine Arbeitsweise gegebenenfalls an sei anpassen, z.b. die Zeitplanung betreffend. Um Sprachprobleme zu umgehen brauche man Dolmetscher, die den Themenbereich (in diesem Falle das Theater) ausreichend kennen. Zuletzt sollte natürlich ein gewisses Maß an Professionalität herrschen (wobei auch dieser Begriff wieder zur Diskussion stand) und die „richtige Menge Theatralität“ dazugehören.
Zum Schluss fasste Holger Syrbe das Symposium und gleichzeitig wohl auch die Podiumsdiskussion als „Shakespeare-Drama“ zusammen: Konflikte, Intrigen, Verwirrungen, aber auch Spiel, Spaß und Freude hätten die Veranstaltung durch das Wochenende getragen.